| ZIRBENZAPFEN
- NAHRUNG UND GENUSSMITTEL |
Die
Entwicklung der Zirbenzapfen dauert zwei Sommer,
wobei sie erst im Oktober des zweiten Jahres reifen. Zirbenzapfen
sind dick eiförmig, anfangs blau bereift. Sie sind 5 bis 9 cm
lang und 3 bis 6 cm dick. Schneidet man einen frischen Zapfen
auseinander, zeigt sich innen seine rötliche Farbe, das so genannte
„Zirbenblut“.
Diese frischen, zerschnittenen Zapfen werden in Obstschnaps oder
Korn eingelegt, daraus entsteht dann der Zirbenschnaps.
Der traditionelle Zirbenschnaps ist nicht nur als wohlschmeckender
Magenwärmer seit langer Zeit beliebt, auch für vielfältige medizinische
Zwecke wird er erfolgreich eingesetzt. Er hilft insbesonders bei
Magenverstimmung und Übelkeit, Nervenschwäche und allgemeinem
Schwächezustand. Auch bei Asthmaleiden wird ihm eine sehr gute
Heilwirkung nachgesagt!
Als
einzige Samen der Hauptbaumarten enthalten Zirbenzapfen im Herbst
des zweiten Jahres noch keine keimfähigen Samen (Zirbelnüsse).
Erst im Frühjahr des dritten Jahres fallen die hellbraunen, geschlossenen
Zapfen als Ganzes ab und zerfallen danach. Sie sind somit so genannte
„Überlieger“ und brauchen länger zur Reifung als Elefanten. Danach
setzen sich die Samen im Boden fest und bilden erste Keimlinge
aus. Dabei schützt eine Art „Krone“ – der Überrest des Samens
– den Keimling vor widrigen Bedingungen. Auch dies ist ein Grund
der Resistenz der Zirbe.
Zirbelnüsse sind eine nährstoffreiche und haltbare Ganz-jahresnahrung
für Tannenhäher. Der Tannenhäher ernährt sich
in der Zirbenregion fast ausschließlich von Zirbelnüssen, womit
er auch seine Jungen füttert. Zirben und Tannenhäher sind hochspezialisiert
aneinander angepasst. Selbst in nussarmen Jahren lassen die Vögel
ein Fünftel der Nüsse liegen, die zu neuen Nahrungsbäumen kommender
Vogelgenerationen heranwachsen.
Ein Tannenhäher versteckt 100.000 Zirbelnüsse und lässt zehntausende
davon wachsen: Der Tannenhäher ist somit der nachhaltigste Zirbenpflanzer!
Zirbelnüsse, die den Pinienkernen sehr ähnlich
sind, zeichnen sich durch einen sehr hohen Eiweißgehalt und
niedrigen Fettgehalt aus. Weiters enthalten sie sehr viele Mineralstoffe,
Spurenelemente und Vitamine und wurden in früherer Zeit als Nahrungs-
und Heilmittel verwendet.
Bild1: Copyright Pflanzenhof Frewein
Bild 2-3: Copyright Fotorunde Weißkirchen
Bild 4: Copyright Leander Khil
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