Dagmar und Gerhard Frewein


Zirbenzapfen - Nahrung und
Genussmittel

Die Entwicklung der Zirbenzapfen dauert zwei Sommer, wobei sie erst im Oktober des zweiten Jahres reifen. Zirbenzapfen sind dick eiförmig, anfangs blau bereift. Sie sind 5 bis 9 cm lang und 3 bis 6 cm dick. Schneidet man einen frischen Zapfen auseinander, zeigt sich innen seine rötliche Farbe, das so genannte „Zirbenblut“.

Diese frischen, zerschnittenen Zapfen werden in Obstschnaps oder Korn eingelegt, daraus entsteht dann der Zirbenschnaps. Der traditionelle Zirbenschnaps ist nicht nur als wohlschmeckender Magenwärmer seit langer Zeit beliebt, auch für vielfältige medizinische Zwecke wird er erfolgreich eingesetzt. Er hilft insbesonders bei Magenverstimmung und Übelkeit, Nervenschwäche und allgemeinem Schwächezustand. Auch bei Asthmaleiden wird ihm eine sehr gute Heilwirkung nachgesagt!

Als einzige Samen der Hauptbaumarten enthalten Zirbenzapfen im Herbst des zweiten Jahres noch keine keimfähigen Samen (Zirbelnüsse). Erst im Frühjahr des dritten Jahres fallen die hellbraunen, geschlossenen Zapfen als Ganzes ab und zerfallen danach. Sie sind somit so genannte „Überlieger“ und brauchen länger zur Reifung als Elefanten. Danach setzen sich die Samen im Boden fest und bilden erste Keimlinge aus. Dabei schützt eine Art „Krone“ – der Überrest des Samens – den Keimling vor widrigen Bedingungen. Auch dies ist ein Grund der Resistenz der Zirbe.

Zirbelnüsse sind eine nährstoffreiche und haltbare Ganz-jahresnahrung für Tannenhäher. Der Tannenhäher ernährt sich in der Zirbenregion fast ausschließlich von Zirbelnüssen, womit er auch seine Jungen füttert. Zirben und Tannenhäher sind hochspezialisiert aneinander angepasst. Selbst in nussarmen Jahren lassen die Vögel ein Fünftel der Nüsse liegen, die zu neuen Nahrungsbäumen kommender Vogelgenerationen heranwachsen.

Ein Tannenhäher versteckt 100.000 Zirbelnüsse und lässt zehntausende davon wachsen: Der Tannenhäher ist somit der nachhaltigste Zirbenpflanzer! Zirbelnüsse, die den Pinienkernen sehr ähnlich sind, zeichnen sich durch einen sehr hohen Eiweißgehalt und niedrigen Fettgehalt aus. Weiters enthalten sie sehr viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine und wurden in früherer Zeit als Nahrungs- und Heilmittel verwendet
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Bild1: Copyright Pflanzenhof Frewein
Bild 2-3: Copyright Fotorunde Weißkirchen
Bild 4: Copyright Leander Khil


 
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